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Wie berechnet man die Bauzeitzinsen bei einem Neubauvorhaben?

Bei einem Neubauvorhaben werden normalerweise im Laufe der Bauzeit Abschlagszahlungen fällig. Da diese Abschlagszahlungen auch aus den Darlehen erfolgen, fallen während der Bauzeit (bis zum Einzug) sog. Bauzeitzinsen an. Diese Bauzeitzinsen müssen zusätzlich z.B. zur laufenden Miete gezahlt werden.

Aber wie berechnet man jetzt die Höhe dieser Bauzeitzinsen?

Mit einer entsprechenden Software ist es kein Problem, die Bauzeitzinsen genau zu berechnen. Voraussetzung ist allerdings, dass man genau weiss, wann welche Zahlungen fällig werden. Allein das macht eine ganz genaue Berechnung schon schwierig.

Um die Höhe der Zinsen zumindest grob zu kalkulieren, reicht in der Regel das von uns sog. “Halbzeitverfahren”.  Bei diesem Halbzeitverfahren nehmen wir Ihren Darlehensbetrag und berechnen die Zinsen für die Hälfte der Zeit vom Baubeginn bis zur Fertigstellung.

Beispiel:

Ihr Darlehensbetrag (für die Hausbaukosten) liegt bei 100.000 Euro. Das Haus soll innerhalb von 6 Monaten ab Baubeginn fertiggestellt werden. Für das Baudarlehen sind 5% Zinsen zu zahlen. Das ergibt folgende Berechnung:

  • 100.000 Euro x 5% jährlich = 5.000 Euro Zinsen pro Jahr ( = rund 417 Euro  monatlich)
  • Bauzeit 6 Monate : 2 = 3 Monate x 417 Euro = 1.251 Euro Bauzeitzinsen insgesamt

Wichtig!

Meistens wird der Kaufpreis für das Baugrundstück vor Baubeginn fällig. Wird der Grundstückskaufpreis aus dem Darlehen bezahlt, müssen für die Zinsen für diesen Teilbetrag dazugeschlagen werden.

Beispiel:

Der Grundstückskaufpreis beträgt 100.000 Euro und wird voll aus dem Darlehen bezahlt. Das Darlehen wird mit 5% verzinst. Der Kaufpreis wird in einem Monat fällig. Ab dann sind es bis zur Fertigstellung des Hauses (und Einzug) noch 7 Monate . Das ergibt folgende Berechnung:

  • 100.000 Euro x 5% jährlich = 5.000 Euro Zinsen pro Jahr (= 417 Euro monatlich)
  • Zahlung Kaufpreis bis Fertigstellung: 6 Monate x 417 Euro = 2.502 Euro Zinsen insgesamt

Kann man die Bauzeitzinsen mitfinanzieren?

Die kalkulierten Bauzeitzinsen können in der Regel nicht mitfinanziert werden. Wenn Sie Eigenkapital in die Gesamtfinanzierung einbringen, können/müssen Sie die Bauzeitzinsen ggf. vom Eigenkapital abziehen (wenn Sie die Doppelbelastung aus Ihrem laufenden Einkommen nicht tragen können). Reichen Ihre Eigenmittel dafür nicht aus, müssen Sie mit der Doppelbelastung leben (können).

Tipp: erfahrene Baufinanzierungsberater(innen) werden für Sie immer die voraussichtlichen Bauzeitzinsen berechnen und im Finanzierungsplan berücksichtigen.

Olaf Varlemann (2016)

Praxistipps und Verbraucherinformationen zum Thema Hausbau. Hier finden Sie Informationen dazu, was Sie beim Neubau einer Wohnimmobilie beachten sollten.

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